Höre ich Katzengold, sehe ich die goldfarbene Winkekatze, Maneki-Neko, vor mir.

Aber nein! Diesmal geht es um Pyrit! Sieht zwar goldfarben aus, aber mit einer Katze, hat es nichts zu tun. Katzengold leitete sich von „Ketzer“ ab, also jemand, der von einer geltenden Meinung abweicht.

Pyrit trägt auch den Namen „Narrengold“, im englischen „Fool’s Gold“. Und genarrt hat es so einige.

Amerika und der Schein des Goldes

Für die nordamerikanische Geschichte ist Pyrit nicht wegzudenken. Pioniere, Entdecker und Forscher verschifften zur Zeit der Entdeckung,  Tonnen nach Europa, um Gelder für Expeditionen bewilligt zu bekommen. Die Herrscher machten zur Voraussetzung, dass Goldvorkommen existierten. Kein Gold bedeutete keine finanzielle Unterstützung.

Manchmal waren die Versuche die Herrscher zu überzeugen erfolgreich, ein andermal wiederum nicht.

  • Jacques Cartier führte 1536 eine Expedition nach Kanada. Er schickte vermeintliche Goldproben nach Frankreich um den König Franz I. zu überzeugen in sein Vorhaben zu investieren. Die „Diamanten“ waren Quarz, während das „Gold“ aus Pyrit bestand.
  • Sir Martin Frobisher hatte mehr Glück. 1576 war er an der arktischen Küste Kanadas unterwegs. Er war englischer Privatier und erhielt die erste Minenkonzession in Kanada. Das erste Mal verschiffte er 200 Tonnen Erz. Die Königin war entzückt! 1578 erhielt er hohe Förderungen, um noch mehr „Gold“ zu gewinnen. Diesmal wurden 1400 Tonnen verschifft. Ein Teil versank im Meer, der Rest landete in Dartford (GB).  „schwarzes Erz“ nur winzige Spuren Gold enthielt, der Großteil war nicht zu gebrauchen.Er beging mit einer hochgestellten Bande vorsätzlichen Betrug. Der Großteil des „schwarzen Erzes“ war nicht zu gebrauchen.
  • Auch ein Deal mit den Patawomeke Indianern in Virginia ging schief. Kapitän John Smith war überzeugt, echten Goldsand in den Händen zu halten. Die Indianer nannten es matchqueon, er besorgte 1100 Tonnen und verschiffte sie nach England. Er hatte Pech, es war lediglich Pyrit mit Sedimentgestein.

 

Ist in Pyrit Gold enthalten?

In Pyrit können winzige Spuren Gold und Silber enthalten sein. Die Gewinnung ist sehr aufwendig, und ohne Einsatz giftiger Chemikalien, sind die Edelmetalle nicht zu extrahieren. Im Video zeigt euch ein ambitionierter Schatzsucher, seine Methode.

Er gewinnt aus Eisenpyrit, Chalkopyrit und Arsenpyrit, Gold. Die entweichenden Arsengase und Schwefeldioxid sind hoch toxisch, also nichts, um ein Hobby zu betreiben;)

Unterschied Pyrit und Gold

so einfach geht es:

1. Farbe: Falls du ein Stück Gold zuhause hast, siehst du es möglicherweise bereits an der Farbe. Pyrit sieht metallisch glänzend aus, und hat einen kühlen, silbrigen Farbton.

Gold wird für Schmuck immer legiert, also mit anderen Metallen kombiniert, um es härter zu bekommen. Das verändert auch die Farbe von Gold. Es gibt zum Beispiel Weiß-, Gelb- oder Rosegold. Daher reicht der Farbtest alleine noch nicht aus. Falls dein goldenes Stückchen irisierende Farben aufweist, ist es Pyrit, auch blinde Flächen deuten auf Pyrit hin. Reines Gold läuft nicht an. Da aber Gold meistens legiert ist, können andere Metalle darin anlaufen, zum Beispiel Kupfer.

 

Unterscheidung Pyrit und Gold, Merkmale.
Farbunterschied Pyrit und Gold.

 

2. Strichfarbe: Am Sichersten ist der Strichfarben – Test. Du brauchst ein Material, das härter ist als Pyrit. Pyrit weist die Härte 6-6,6 (auf der Mohs- Härteskala) auf.

Ein Keramikboden (ohne Glasur) erfüllt den Zweck, oder ein Material, das noch härter ist. Ich habe es zuerst mit einem Blumentopfboden versucht.

 

Um dir den Unterschied noch besser zu zeigen, habe ich das Experiment mit einem Stück Flint (Härtegrad 7) wiederholt. Die Strichfarbe von Pyrit ist dunkelgrau, bei Gold sieht man kleine goldene Partikel.

3. Härtegrad: Pyrit ist härter als reines Gold. Während du Gold mit einem Messer ritzen kannst, geht das mit Pyrit nicht.

Pyrit und Gold fühlen sich beide sehr schwer an, am Gewicht kann man sie nicht sofort unterscheiden.

4. Hitze: Pyrit verbrennt bei großer Hitze. Gold nicht, es verflüssigt sich. Pyrit ist spröde und zerbröckelt, Gold ist biegsam.

5. Haltbarkeit: Pyrit kann verwittern und zerfallen. Gold kann das nicht.

6. Geruch: Wenn du Pyrit gröber abreibst, zum Beispiel an einer Stahlfeile, oder gegen Flint schlägst, riecht es leicht schwefelig, und kann Funken schlagen.

7. Struktur: Pyrit hat meistens, eine ausgeprägte Kristallstruktur. Gold kommt sehr selten in dieser Form vor.

Nach all diesen Unterscheidungsmerkmalen bist du jetzt auf der sicheren Seite:)  Fool’s Gold kann dich nicht mehr narren;) 

Möchtest du mehr über Mineralien und Edelsteine erfahren, und möchtest du etwas Bestimmtes darüber wissen? Dann schreibe mir. Du findest mich auf Facebook, als auch auf Instagram und Pinterest. Und, natürlich kannst du gerne meinen Newsletter abonnieren. 

Das nächste Mal erfährst du den Unterschied zwischen Markasit und Pyrit, als auch hilfreiche Tipps wie du Markasitschmuck bestimmen kannst.

 

 

 

weitere Quellen: