Du kennst sicher Bergkristall und hast vielleicht einen zuhause aber, was ist ein Kristall, hast du dich das schon mal gefragt?

Wenn ich an Kristall denke, fällt mir sofort Kristallglas ein, viel weniger denke ich dabei an Zucker, Salz, oder Eiskristalle, die sich auf der Fensterscheibe bilden. Kristalle sind eine feste Anordnung von Atomen, sie bilden ein sogenanntes Kristallgitter. Das Wort Kristall stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „Eis“. Bis ins 17.Jahrhundert wurde angenommen, dass Bergkristall versteinertes Eis ist.

 

Das Fantastische daran ist, wenn du dir einen Pyrit, oder Amethyst ansiehst, ist er auch im Inneren, also im Kleinen, dementsprechend angeordnet. Das heißt, die äußere Erscheinung zeigt seine innere Struktur.  Pyrit bildet Würfel, somit ist auch die Atomstruktur wie ein Würfel angeordnet. Auch Zucker oder Salz  bestehen aus Kristallen, sie sind aber so winzig, dass du ein Mikroskop benötigst, um die Kristalle zu sehen.

Eine Auflistung der verschiedenen Kristallformen findest du hier.

Sind Kristalle Minerale?

Aber JA! 

Minerale bestehen aus unzähligen Kristallen.

  • Ein Mineral hat eine stofflich einheitliche Zusammensetzung im Gegensatz zu Gesteinen. Zum Beispiel ist ein Amethyst ein einheitlicher Quarz.

    amethyst
    Amethyst – Kristallstruktur

 

  • Gesteine setzen sich aus verschiedenen Mineralen zusammen  und bestehen aus zahlreichen kristallinen Körnern (Bruchstücke von Kristallen).  Lapislazuli, besteht nicht nur aus einem Mineral, sondern aus Calcit, Pyrit, Lasurit, Sodalith, Diopsid, und manchmal sind Afghanit, Apatit, Dolomit, Schwefel, Tremolit, Hauyn und Nephelin dabei. Obwohl er dir wie ein einziges Mineral vorkommt, da die Farbe sehr einheitlich wirken kann, ist er eine Zusammensetzung aus verschiedenen Mineralen, und daher ein Gestein.

Zum Teil kannst du die Zusammensetzung mit freiem Auge sehen. Pyrit glänzt beispielsweise goldfarben hervor. Es ist oft ein Merkmal, dass es sich um echten Lapislazuli handelt.

Pyrit ist ein Erkennunsgmerkmal für die Echtheit von Lapislazuli
Lapislazuli- Gestein

Wie entsteht ein Kristall?

Zuerst entsteht aus einer mineralischen Lösung ein sogenannter Keimkristall. Aus diesem wächst ein größerer Kristall heran. Man kann mit einigen Substanzen wie z.B. Zucker, Salz, oder Alaun, den Wachstumsprozess nachvollziehen, ohne tausende, oder Millionen von Jahren warten zu müssen. Du machst einfach deine eigenen Kristalle. Die sind zwar niemals so hart wie Bergkristall, und auch wieder wasserlöslich, aber es ist spannend zu sehen, welche geometrischen Formen von selbst heranwachsen.

Ist Glas ein Kristall?

Du kennst sicher die Bezeichnung Kristallglas, aber Glas ist kein Kristall in der Mineralogie, denn es besitzt kein regelmäßiges Atomgitter.  Es ist eine mineralhaltige Flüssigkeit die rasch erstarrte.

Obsidian ist ein Vulkanglas, daher ist es eine Zusammensetzung (Aggregat) also, Gesteinsglas.

Die Bezeichnung Kristallglas wurde aufgrund seiner optischen Wirkung und Geschichte gewählt. Es war lange Zeit nicht möglich optisch reines Glas herzustellen. Verunreinigungen oder Luftblasen waren üblich. Das Material das am reinsten, klarsten, und auch vorhanden war, war Bergkristall. Aus diesem wurden riesige Pokale, Schalen und andere Gefäße für den Adel hergestellt. Erst Ende des 17. Jahrhundert war es möglich absolut reines Glas zu produzieren.

Obisidian, Glas ist ein Gestein
Obsidian ist vulkanisches Glas, man sieht das sehr gut am muscheligen Bruch. Flüssig erstarrtes Gestein.

 

Martin, Kugler. „Bergkristall“, unter: https://diepresse.com/home/science/falsifiziert/5072128/Bergkristall (aufgerufen am 22.4.2018)